Wednesday, 22 October 2014

What the BBC says about Vice News


The editor of BBC Radio 1's Newsbeat has admitted the corporation is playing “catch-up” with Vice News and that she is “shackled” by in-house technology that can take up to five hours to upload a video.

Louisa Compton said Vice News, one of the fastest growing channels on YouTube and part of New York-based Vice Media which has an audience of 130 million people a month, had taught the BBC’s news department lessons across the board.

“From a BBC point of view there is definitely an element of playing catch-up on Vice,” Compton told at the Radio Festival im Manchester. “There is no doubt about that. They have obviously cornered the market and doing something really really well that the BBC hasn’t been doing, across the board on BBC News."

“We shouldn’t feel threatened by it, we are all big enough to compete heathily alongside as many different platforms as possible."

“They have definitely taught us something and the BBC across the board is learning from that."

Asked if she felt shackled by corporation working practices, Compton, the former daytime editor of 5 Live who took over the Radio 1 news service in April, said: “I do feel shackled quite a lot of the time.”

“One of our biggest frustrations, which is part of a BBC issue and the platforms we use, is the time it takes to upload any video."

“You can put a video on YouTube in about five seconds. Sometimes it takes five hours just to upload a video on our platform. That is a great frustration.”

Compton has been tasked with spearheading the BBC’s switch to digital-first, using video, mobile and online to reach a 15- to 24-year-old audience who are switching off the radio in their droves.

Source: The Guardian

Friday, 10 October 2014

‚Quickhitz‘ – Doppelt so viele Songs wie der Wettbewerber!


Seit einigen Jahren stellen Radiomarkt-Studien einen kontinuierlichen Trend bei den Hörerbedürfnissen nach immer mehr Musik fest.


Die Sender begegnen dieser Entwicklung zum einem in der Kommunikation mit der Positionierung langer Musikstrecken – ‚3 Hits am Stück‘, ‚10 Songs ohne Unterbrechung‘, oder ‚viel Musik bei der Arbeit‘.

Zum anderen ist es, wie auch Brand Support Playlist-Analysen regelmäßig zeigen, inzwischen fast durchgängig üblich, dass Radiosender ihre Songs deutlich kürzen.

Vor allem am Morgen, wenn der Hörer eigentlich alles auf einmal möchte – Service, Nachrichten, Unterhaltung und viel Musik – hat sich das Kürzen von Songs bei erfolgreichen Full Service Stationen als praktische Lösung etabliert. Teilweise werden die Songs dabei auf bis zu zwei Minuten heruntergekürzt.

Anfang August hat nun der kanadische Radiosender 90.3 AMP das Kürzen von Songs zu seinem kompromisslosen Programmkonzept erklärt. Für die so genannten ‚Quickhitz‘ wirbt der Sender mit dem Versprechen, doppelt so viele Songs pro Stunde zu spielen wie seine Wettbewerber.

Dabei wird jeder Song um bis zur Hälfte seiner Länge gekürzt, mit dem Ziel, das ‚möglichst viel Musik‘-Bedürfnis der Hörer zu befriedigen und den USP gegenüber den Wettbewerbern eindeutig und nachweisbar zu untermauern.

Christoph Pöschl (GF Brand Support):

„Bei der aktuellen Entwicklung ist auch in Deutschland bei einzelnen Stationen die radikale Umsetzung einer solchen ‚Viel Musik-Strategie‘ absolut denkbar. Das Bedürfnis gerade der jüngeren Hörer unter 39 Jahren nach ganz viel Musik und musikalischer Abwechslung zwingt die Macher langfristig fast schon zu diesem Schritt.

Und wer einmal jüngere Menschen mit einem iPod in der Hand beobachtet hat weiß, dass selbst bei beliebten Songs oft schon nach weniger als zwei Minuten weitergeflippt wird.

Dieses Konzept hat sogar noch einen weiteren Vorteil. Läuft einmal ein schwächerer Song, dann weiß der Hörer, dass gleich ein neuer Song kommt und bleibt deshalb dran.“


Quelle: business.financialpost.com

Thursday, 12 June 2014

ma 2014 IP Audio II: Neue Webradio-Messung hat sich im Werbemarkt etabliert


Gestern wurden von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) die Ergebnisse der ma 2014 IP Audio II veröffentlicht. „Damit legt die agma der werbungtreibenden Wirtschaft zum zweiten Mal umfassende und valide Daten zur Webradionutzung in Deutschland vor“, so Prof. Hans Georg Stolz, Vorstandsvorsitzender der agma. „Die Akzeptanz im Markt ist groß, weil wir mit der ma IP Audio die komplette Webradionutzung über alle Empfangswege erfassen und so ein wichtiger Schritt in Richtung auf eine Konvergenzwährung im kommenden Jahr getan ist“, so Hans Georg Stolz weiter.

Erstes Ergebnis der ma 2014 IP Audio II: Pro Monat werden die 26 Publisher mit ihren 165 Channels knapp 46 Millionen Mal genutzt. Eine durchschnittliche Webradio-Session dauert rund eine Stunde und 18 Minuten. Die Nutzungsdauer eines Channels via Internet ist damit beachtlich und zeigt, dass Radio auf jedem Empfangsweg – ob Web oder UKW – Tagesbegleiter der Menschen ist. 

Seit Januar 2014 läuft die Logfile-basierte Webradio-Messung der agma im Regelbetrieb. Ein Logfile ist eine Datei, die in Computern und Netzwerken ablaufende Prozesse protokolliert. Die Zahl der an der Messung teilnehmenden Publisher und Channel wächst kontinuierlich. Basierend auf der im Regelbetrieb technisch gemessenen Webradionutzung weist die agma ab April 2014 für einzelne Angebote, Publisher bzw. Vermarkter quartalsweise Daten zur Anzahl zusammen-hängender Nutzungsvorgänge (Sessions) und zur durchschnittlichen Dauer pro Session aus.

Im Bestreben diesen einheitlichen Messstandard für Webradio unter dem Dach der agma zu entwickeln, wurde bereits 2011 eine eigene Arbeitsgruppe, die Taskforce IP Audio, gegründet. Ihr gehören neben Gremienmitgliedern der agma und MMC auch Vertreter von Webradios und Webradio-Vermarktern sowie des Bundesverbandes der Digitalen Wirtschaft an. Um die komplette Webradionutzung über alle Nutzungswege (stationäres sowie mobiles Web, WLAN Radio, externe Player, Apps) abbilden zu können, hat man sich für Logfile-basierte Auswertungen entschieden. Bevor die Logfile-basierte Webradio-Messung der agma jedoch in den Regelbetrieb starten konnte, musste 2012 zunächst ein erster Techniktest und darauf aufbauend 2013 zwei je dreimonatige Testphasen erfolgreich abgeschlossen werden.

Im Gegensatz zur klassischen Radioerhebung, der ma Radio, geht es bei der Logfile-basierten Webradio-Messung zunächst nur um die Ausweisung rein technischer Messdaten ohne soziodemografische Angaben zu den Hörern. Damit haben die neuen Webradio-Daten noch keinen Währungscharakter wie die personenbezogenen Hörerdaten der ma Radio und sind damit nicht mit diesen vergleichbar; mittelfristig wird dies aber angestrebt.

Warum die Bedeutung der Webradio-Messung zunimmt und sich bereits weitere Publisher – private wie öffentlich-rechtliche – angemeldet oder Interesse bekundet haben, zeigen auch Basiszahlen aus der ma 2014 Radio I, die Anfang März veröffentlicht wurde: Demnach haben 40,1 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 10 Jahren bereits Radio über Internet gehört. Die Webradio-Nutzung findet dabei hauptsächlich über PC/Notebook/Tablet statt. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung und deutlich über die Hälfte (53,8 Prozent) der jungen Hörer zwischen 10 und 29 Jahren nutzt Webradio auf diesem Empfangsweg. Den größten Zuwachs in den vergangenen zwei Jahren verzeichnet allerdings das Radiohören über ein internetfähiges Handy – hier hat sich die Nutzung in den letzten zwei Jahren auf zwölf Prozent verdoppelt. In der jungen Zielgruppe sind es bereits 24,3 Prozent, die Radio per Smartphone nutzen.




































 Quelle: Pressemitteilung agma

Wednesday, 26 March 2014

agma veröffentlicht mit MA 2014 IP Audio I erstmalig Daten zur Webradionutzung


Erstmals liegen mit der MA 2014 IP Audio I Ergebnisse der Webradionutzung in Deutschland sowie untereinander vergleichbare Daten für 25 Webradio-Publisher vor. Gelistet werden von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) 153 Channels und 50 Angebote mit Audiowerbeformen. Aus der Studie geht hervor, dass eine durchschnittliche Webradio-Session rund eine Stunde und 18 Minuten dauert. Insgesamt verzeichneten die gemessenen Angebote zwischen Oktober und Dezember 2013 rund 41 Millionen Sessions, reine Websender wie RauteMusik nehmen dabei 11,75 Millionen Sessions ein.

Die bekannten UKW-Wellen, die zugleich im Web senden, kommen demnach auf 29,38 Millionen Sessions. Die Sender, die zuletzt bei der MA 2014 Radio I Anfang März die Nase vorne hatten, können auch online punkten. Ganz vorne rangiert laut agma 1Live mit knapp 7,4 Millionen Sessions. Die reine Webwelle 1Live Diggi kommt auf gut 1,52 Millionen Sessions. Bei den werbetragenden Offerten liegt Antenne Bayern mit 4,65 Millionen Sessions pro Monat an erster Stelle – gefolgt vom Online-Verbund RauteMusik. Hier zählt die agma 3,93 Millionen Sessions pro Monat. Hit Radio FFH folgt mit knapp 3,1 Millionen und dessen junger Ableger Planet Radio mit 1,96 Millionen Sessions. In UKW und DAB aufgrund begrenzter Reichweite eher schwach, kann der Antenne-Bayern-Schwestersender Rock Antenne als Webwelle richtig punkten – mit 1,33 Millionen Sessions.

Timo Mauter, Geschäftsführer der RauteMusik GmbH, zeigt sich kampfbereit: "Die Ergebnisse der ersten MA IP Audio zeigen, dass reine Webradioangebote längst in einem ernstzunehmenden Wettbewerb mit klassischen Radiomarken stehen. Spätestens, wenn noch weitere relevante Online-Only-Anbieter ihren Weg in die MA gefunden haben, wird ersichtlich werden, dass die Größenverhältnisse aus der analogen Welt nicht eins zu eins ins Netz übertragbar sind." Das trifft auch auf kleinere UKW-Wellen wie das Jugendradio EgoFM aus Bayern zu. Mit 549.539 Stream-Sessions pro Monat lässt die Welle von Studio Gong durchaus viele landesweite Radioprogramme im hinter sich.

agma-Geschäftsführer Olaf Lassalle bestätigt den Zuwachs. Die Summe der Sessions werde – nicht nur wegen der wachsenden Nutzung von Webradio – in nächster Zeit deutlich steigen. "Weitere Publisher haben sich bereits zur Messung angemeldet oder sind mit der agma im Gespräch über eine Beteiligung", so Lassalle. "Dies zeigt uns, dass der Markt einen großen Bedarf nach solchen Daten hat und die agma damit auf dem richtigen Weg ist."

Die MA 2014 IP Audio I zeigt zunächst nur Anzahl und Dauer der Sessions, in Zukunft sollen auch soziodemografischen Angaben also personenbezogene Nutzungsdaten zu den Hörern integriert werden. Konzipiert wurde die MA IP Audio, um die wachsende Webradionutzung zu dokumentieren, und sie für die werbungtreibende Wirtschaft planbarer zu machen: So zeigen Daten aus der MA Radio 2014 I von Anfang März beispielsweise, dass rund 4,6 Millionen Personen täglich Radio über das Internet hören. Davon sind rund 580.000 sogenannte Web-only-Hörer.

Eine Task Force der agma hatte in den letzten zwei Jahren die Grundzüge der Methode zur Messung von Webradio-Nutzungsvorgängen entwickelt. In der Messung werden alle Empfangswege von Webradio – ob über stationäre oder mobile Geräte, externe Player oder Apps – berücksichtigt, die agma bezeichnet diese Methode als "mehrfach geprüfte Logfile-Messung". Die Daten der nächsten MA IP Audio sind für den 11. Juni vorgesehen.

Quelle: Pressemeldung agma

Thursday, 30 January 2014

Österreich: Radiotest 2. Halbjahr 2013 zeigt weiterhin Konstant hohe Nutzung der ORF-Radios

Marktführerschaft für unseren Kunden den ORF: 74% Marktanteil und 67,6% Tagesreichweite

In Österreich wird täglich mehr als drei Stunden Radio gehört, knapp drei Viertel dieser Nutzungszeit entfallen weiterhin auf den ORF (74% Marktanteil). Hier zeigt sich erneut die hohe Relevanz und Akzeptanz der ORF-Radioflotte beim Publikum. Das vielfältige Angebot der ORF-Radios wird täglich von knapp 5,1 Millionen Personen österreichweit eingeschaltet, die Tagesreichweite liegt damit bei 67,6%.

Radiodirektor Mag. Karl Amon freut sich über die konstant hohe Nutzung der ORF-Radioflotte: “Der Radiotest zeigt einmal mehr, dass die ORF-Journalistinnen und Journalisten Programmqualität bieten, die den Geschmack des Publikums 100-prozentig trifft. Und das schon immer. Desweiteren bestätigt sich auch in Zeiten multimedialer Angebote die wichtige Rolle des ORF und des Radios insgesamt als Tagesbegleiter, seriöse Informationsquelle und beliebtes Unterhaltungsmedium.”

Führungsposition von Hitradio Ö3

Der langjährige Brand Support-Kunde Ö3 bleibt der beliebteste Radiosender Österreichs: Mit mehr als 2,75 Millionen Hörerinnen und Hörern (36,6% Tagesreichweite) österreichweit spricht Ö3 täglich rund drei Mal so viele Personen an, wie der stärkste Mitbewerber. Mit einem Marktanteil von 31% entfällt weiterhin knapp jede dritte in Österreich gehörte Radiominute auf Ö3. Nach 15 Jahren dualem Rundfunk ist Ö3 mit seinem innovativen Programm auch in der Hauptzielgruppe, Personen zwischen 14 und 49 Jahren, weiterhin der Marktführer. Der Marktanteil liegt hier sogar bei 41% und damit mehr als drei Mal so hoch wie jener des österreichweiten Privatsenders. Mit einer Tagesreichweite von 45,9% erreicht Hitradio Ö3 fast jeden Zweiten der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen.

Mehr Publikum für Österreich 1 und FM4

Das Kultur- und Informationsangebot von Österreich 1 findet vermehrt Zuspruch: Mehr als 660.000 Hörerinnen und Hörer (Tagesreichweite 8,8%) nutzen täglich Ö1, das Programm wird damit österreichweit von mehr Personen gehört als noch im Vergleichszeitraum. Ö1 kann seine Tagesreichweite auch bei Personen zwischen 14 und 49 Jahren sowie bei ab 35-Jährigen ausbauen. Der Erfolg des Kultursenders ist im europäischen Vergleich herausragend.

FM4, der überwiegend fremdsprachige Jugend-Kultursender des ORF, verzeichnet Reichweiten-Zuwächse in allen Altersgruppen und vergrößert damit seine Hörerschaft. Der Marktanteil in der Gesamtbevölkerung liegt bei stabilen 2%, bei den 14- bis 49-Jährigen sogar bei 3%.

Erfolge für die ORF-Regionalradios im jeweiligen Bundesland

Die ORF-Regionalradios erzielen mit ihrem vielfältigen Programm gesamt einen Marktanteil von weiterhin 35%, damit entfällt mehr als jede dritte in Österreich gehörte Radiominute auf die Regionalprogramme des ORF. Bei Personen ab 35 Jahren halten die ORF-Regionalradios ihren hohen Marktanteil von 44%. Das jeweilige ORF-Regionalradio ist weiterhin die regionale Nummer 1 im Bundesland.

Mit einer Tagesreichweite von 29,1% bindet Ö3 in Wien mehr Hörerinnen und Hörer an sein Programm als alle österreichischen Privatradios zusammen. Insgesamt verteidigt die ORF-Radioflotte ihre Marktführerschaft auch im wettbewerbsintensiven Radiomarkt Wien: Ö3, Radio Wien und Ö1 besetzen die ersten drei Plätze im Reichweitenranking. Mit einem Marktanteil von 30% erzielt Ö3 den dreifachen Wert des österreichweiten Mitbewerbers.


Anmerkung: Bei den angegebenen Werten handelt es sich um die Daten für das zweite Halbjahr 2013. Als Vergleichszeitraum wird korrekterweise das zweite Halbjahr 2012 verwendet. Alle Reichweiten und Marktanteile beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt, auf Montag-Sonntag und die Altersgruppe “10 Jahre und älter”.

Quelle: Pressemitteilung des ORF

Tuesday, 5 November 2013

„Radio kann eines besser: Radio!“

#bsb2013 - Besinnen auf eigene Stärken

 
Es herrschte nicht immer Einigkeit unter den Radio-Vordenkern, -Machern und -Entscheidern beim 2. Broadcast Symposium Berlin am vergangenen Wochenende. Doch in einem Punkt waren sich alle einig: Radio hat eine Menge USPs und Stärken – genug, um sich den neuen Herausforderungen zu stellen.

Gut 230 Radiomacher aus ganz Europa waren der Einladung von bci, Brand Support und Foster Kent ins nhow Hotel in Berlin gefolgt, um über zwei Tage die Zukunft des Radios und seiner Morningshows zu diskutieren. „Spice up your day“ – aber wie?

„Wir brauchen gute Geschichten und feinfühlige Musikprogrammierung“

(Valerie Weber, Antenne Bayern)


Wie erziele ich Hörerbindung in Zeiten, in denen Infos überall und jederzeit zu kr
iegen sind und Musik über Streamingdienste personalisiert ständig verfügbar ist?

Die große PD-Runde fand durchaus Antworten auf diese Fragen, wenn auch nicht immer einfache. „Gute Redakteure und Produzenten“ braucht es, sagt Valerie Weber (Antenne Bayern), denn „die reine Info kriegen die Hörer überall. Wir brauchen gute Geschichten!“ Diese guten Geschichten dürften auch in schlechterer Tonqualität daher kommen, meinte Thomas Jung (SWR3): „Wenn die Geschichte gut ist, gehen wir drauf – auch wenn’s über Handy ist.“

„Live“ als USP? Möglich – doch wie? Hier wurden sich die Programmdirektoren nicht wirklich einig.  „Live ist authentisch.“ (Walter Schmich, Bayern 3); „Live und scripten müssen sich die Waage halten, denn die perfekte Show kommt nicht aus Versehen.“ (Valerie Weber, Antenne Bayern); „Fake geht gar nicht.“ (Stephan Schmitter, Radiocenter Berlin); „Wir propagieren live und authentisch, doch on-air ist oft das Gegenteil davon – 100% gescripted und gefakte Rollenspiele.“ (Georg Spatt, Hitradio Ö3). Marzel Becker (Radio Hamburg) sieht einen großen Unterschied zwischen „Fake“ und „gescripted“: „John Ment schreibt sich alles auf. Es klingt deswegen nicht abgelesen und statisch und es ist immer noch echt, kein Fake, denn es ist von ihm. Nur gut vorbereitet. Live geht auch vorbereitet.“
 

Aber auch der Umgang mit Musik war in der Runde der Programmdirektoren ein großes Thema. Das „feinfühlige Programmieren der Musik“ im Wechselspiel mit Regionalität der Informationen – das könnten Spotify, Pandora oder iHeartRadio so nicht leisten.

„Wir müssen auch tun, was wir uns hier versprechen!“ 

(Georg Spatt, Hitradio Ö3)


Dass Radio noch immer einen Vorsprung gegenüber Streamingdiensten hat, darin waren sich alle Teilnehmer der PD-Runde einig. Junge Talente einfach mal machen lassen, Leidenschaft wecken, gute regionale Geschichten, live und authentisch aber dennoch professionell sowie eine feinfühlige Musikprogrammierung – Ansätze gibt es viele. „Wir müssen uns mehr trauen“, sagt denn auch Walter Schmich (Bayern3). Und Georg Spatt (Hitradio Ö3) fasst zusammen: „Wir müssen auch tun, was wir uns hier versprechen!“

Morgenmoderatoren – immer noch die Schlüsselfiguren einer guten Morgensendung


Wie schon beim ersten BSB im letzten Jahr so zeigte sich auch diesmal wieder, dass der Erfolg von Morgensendungen am Ende stark von den operativen Schlüsselfiguren abhängt: den Morgenmoderatoren. Mit wieviel Leidenschaft Jochen Trus (105.5 Spreeradio) seiner Arbeit nachgeht, zeigte er in seiner Präsentation „seiner“ Radio-Idee. „Things I’ve learnt from rock’n’roll“ – zehn Statements aus Rocksongs, die Trus als Leitfaden für seine
Arbeit sieht. Kreativ und leidenschaftlich präsentiert, mit Tiefgang in der Sache. Ein Highlight des Symposiums.

Andreas Kuhlage (NJoy) bewies erneut, wie wichtig Kreativität und Ideen für eine gelungene
Morgensendung sind. Und dass die Fähigkeit Gitarre zu spielen für Morgenhosts auch nicht schädlich ist, zeigte er mit einem live während seines Vortrags entwickelten Song.
 

„Gerade die Mischung macht dieses Symposium aus“, beschreibt Wolfram Tech, Partner von bci, was viele Teilnehmer ausgesprochen haben. „Die Mischung aus den strategischen Denkern im Hintergrund und den kreativen Machern, die jeden Tag aufs Neue on-air ihr Bestes geben. Da sieht man, wie wichtig beides ist und dass das eine ohne das andere nicht funktionieren kann.“, so Tech weiter.

Echte Personalities binden Hörer


Wie wichtig diese richtige Mischung ist, zeigt auch das neue Analysetool von Brand Support, auf dem BSB live präsentiert von Ralf Stingl. Hörer und Radiomacher bewerten live eine Radiosendung – nicht immer zur Freude der Radiomacher. Wie gut finden Hörer das Gewinnspiel, die Promi-News, den Kollegentalk in dem Moment, in dem
der Break on-air ist? Live, ungeschminkt, „brutal“. Aber erhellend und „augen-öffnend“. „Unsere bisherigen Ergebnisse mit diesem Tool zeigen eindeutig, dass Hörer, die eine emotionale Bindung zu ihrem Moderator haben, wesentlich mehr tolerieren und auch schwächere Momente eher ertragen“, gibt Jochen Lukas, Partner von Brand Support, den Radiomachern einen Fingerzeig.

Und sein Partner Christoph Pöschl ergänzt: „Mit diesem Tool könnten Radiomacher außerdem ihre neue Morgensendung, die neue Promotion oder auch die neue Ansprache des Senders von Teilen ihrer Hörer bewerten lassen, bevor sie damit auf Sendung gehen – und damit vielleicht so manchen Fehler vermeiden.“

Nicht jede Promotion zündet  

 
Erfrischend für die Teilnehmer des BSB war auch in diesem Jahr, dass offen und ehrlich miteinander diskutiert wurde und viele Redner auch ehrlich mit ihren „Rohrkrepieren“ umgegangen sind. Gerade bei Promotions zeigt sich immer wieder, dass es oft Kleinigkeiten sind, die niemand auf dem Schirm hatte, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Strategische Ziele für den Sender bedacht, unterhaltsame Umsetzung auch für die, die nicht aktiv an der Promotion teilnehmen sichergestellt – und dennoch läuft’s nicht.

Armin Braun (Radio Brocken & 89.0 RTL), Roel Oosthout (Hitradio FFH) und Christian Schalt (94,3 rs2 & Kiss FM) ließen die Teilnehmer an ihren Top-Promotions ebenso teilhaben wie an ihren Misserfolgen. Aus Fehlern lernen – auch das zeichnete das diesjährige BSB aus.

Noch intensiver für alle Teilnehmer waren die Workshops, die am Freitag stattfanden. Gruppen von 30-50 Teilnehmern sorgten bei den Themen „Musikplanung“, „Kreativität“
und „Morgenshow“ für verdichtete Diskussionen mit hohem Erkenntnisgewinn.

Radio Schwergewichte bei ehrlichen Gesprächen belauschen – das ist das BSB!

Das 2. Broadcast Symposium Berlin zeigte erneut, wie wichtig es für Radiomacher ist, sich auszutauschen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, um Radio gut gegen die neue Konkurrenz aufzustellen. Den Radiomachern diese Möglichkeit des Austauschs zu geben, ist eine große Aufgabe, die sich aber lohne, sagt Jörg Stingl, Geschäftsführer von bci stellvertretend für seine Mitausrichter Brand Support und Foster Kent. „Das ist natürlich ein riesen Aufwand für unser recht kleines Team, schließlich sind wir ja nicht hauptberuflich Radio-Kongress-Ausrichter. Aber das Feedback der Teilnehmer motiviert uns, über eine weitere Auflage des BSB nachzudenken.“ 

Und Frank Salzbrenner, Partner von bci, der krankheitsbedingt nicht am BSB teilnehmen konnte, dieses aber federführend organisiert hatte, ergänzt: „Auch wenn ich selber nicht dabei sein konnte, weiß ich: Die ungeschminkte Offenheit, mit der hier Radiomacher auch über eigene Fehler reden – so was gibt’s in keinem anderen Kongress. Wenn zwei Radio-Schwergewichte wie Valerie Weber und Georg Spatt sich auf unserer Bühne über Zweifel und „Rohrkrepierer“ austauschen, dann ist das fast so als könne man heimlich einem Gespräch unter vier Augen lauschen. Mehr geht nicht!“ 

Die Fotos zur Veranstaltung sind bereits online.
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